DIE LINKE. 


12. August 2010

Rentenkürzungen

Die Kürzung der Renten aus der Lohnarbeit gehört zum Regierungs- und Parlamentsprogramm des Kapitals.

Im Bundesdurchschnitt liegt das Renteneintrittsalter bei 60,5 Jahren!

Die "Rente mit 67" und die Forderung nach "Rente mit 70" (DIW und EU-Brüssel), zielt auf die maximale Rentenkürzung und Altersarmut für die Mehrheit der Bevölkerung in abhängiger Lohnarbeit in der Bundesrepublik Deutschland. Das Renteneintrittsalter liegt derzeit im Bundesdurchschnitt bei 60,5 Jahren (in Mecklenburg-Vorpommern bei 58,6 und in Hamburg bei 61,5 Jahren). [1] Die Hälfte der Altersrentner geht aktuell vor 65 mit Abschlägen in Rente und verliert dabei im Durchschnitt 110 Euro Monatsrente (zuzüglich, bei Renten oberhalb der geringen Grundsicherung, die Rentenabzüge für die Kranken- und Pflegeversicherung etc.). Nur jeder zehnte lohnabhängig Beschäftigte schafft es, bis zum 65. Lebensjahr sozialversicherungspflichtig zu arbeiten. Rund 90 Prozent aller abhängig Beschäftigten erreichen nicht das Renteneintrittsalter von 65 Jahren (mehr als 80 Prozent nicht die Altersrente ohne Kürzung). Mehr als 540.000 ältere Erwerbslose sind zur Zeit offiziell arbeitslos gemeldet.

Die Arbeitslosenquote und die Langzeitarbeitslosigkeit bei älteren Erwerbslosen ist überdurchschnittlich hoch.

Annelie Buntenbach vom DGB-Vorstand sagt: "Wenn unter solchen Voraussetzungen das gesetzliche Rentenalter erhöht wird, ist das tatsächlich ein reines Rentenkürzungsprogramm." Buntenbach: "Außerdem brauchen wir eine bessere Absicherung für diejenigen, die es aus gesundheitlichen Gründen nicht bis zum gesetzlichen Rentenalter schaffen. Knapp 640 Euro für erwerbsgeminderte Arbeitnehmer reichen hinten und vorn nicht aus." [2]  

Der Chef des DIW - "Deutsches Institut für Wirtschaft", Michael Hüther, prophezeit die Rente mit 70, berichtet die Süddeutsche Zeitung. Das DIW geht davon aus, dass der Lebensabend langfristig erst mit 70 Jahren beginnen wird. "Wenn wir uns die höhere Lebenserwartung und die abnehmende Geburtenrate in Deutschland anschauen, wird die Rente mit 70 perspektivisch kommen müssen", sagte der DIW-Chef Hüther. [3] 

Zugleich behauptet die Bundesarbeitsministerin, Ursula von der Leyen, dass ältere Menschen aufgrund des Fachkräftemangels dringend gebraucht werden. Frau von der Leyen hält an der "Rente mit 67" fest. Nach ihrer Meinung würde es nicht stimmen, "dass wir eine anhaltend schlechte Situation für Ältere auf dem Arbeitsmarkt haben." Das Gegenteil wäre der Fall: "In den letzten fünf Jahren ist der Anteil der 60- bis 64-Jährigen in Arbeit um zwölf Prozentpunkte auf inzwischen 40 Prozent gestiegen", sagte Frau von der Leyen. [4]

Merke: 40 % - von 100 % - der Anteil der 60-64-Jährigen "in Arbeit", und "Rente mit 67" - "Rente mit 70" ...


Die "Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände" (BDA) fordert von ihrer gesellschaftspolitischen Administration: "Rente mit 67 konsequent umsetzen".
In ihrer Presse-Information, Nr. 038/2010, erklärt die BDA zum Renteneintrittsalter, u.a.: "Die schrittweise Anhebung des Rentenalters ist dringend erforderlich, damit die Rentenversicherung finanzierbar bleibt. Wir brauchen die Rente mit 67 auch, um den Rückgang unseres Arbeitskräftepotenzials zu begrenzen. Dass wir immer länger leben, kann nicht nur immer mehr Zeit in Rente bedeuten." [5]

Quellen:
[1]
Deutsche Rentenversicherung, Regionalübersichten 2010,  Angaben für die gesetzlichen Altersrenten. t-online.de - am 30.07.2010: Rentenbezüge in Deutschland.
Das bekommen Rentner in Ost und West im Durchschnitt.
http://altersvorsorge-rente.t-online.de/rente-das-bekommen-ruhestaendler-in-ost-und-west/id_42411226/index (- analog Anhang.PDF)
[2]
DGB, 09.08.2010, Renten: Fehlentscheidung korrigieren.
http://www.dgb.de/themen/++co++7f9eedf2-a3ae-11df-6fd9-00188b4dc422
[3]
SZ, 11.08.2010. Streit um Rente: Lang, länger - arbeiten bis 70?
http://www.sueddeutsche.de/politik/debatte-um-renteneinstiegsalter-lang-laenger-arbeiten-bis-1.986759
[4]
SZ, 10.08.2010. Verlängerte Lebensarbeitszeit:
Arbeitsministerin verteidigt Rente mit 67. Ein Bericht von Nico Fried.
http://www.sueddeutsche.de/politik/verlaengerten-lebensarbeitszeit-arbeitsministerin-verteidigt-rente-mit-1.986729
[5]
BDA-Presse-Information Nr. 038/2010, 10. August 2010.
www.bda-online.de/www/arbeitgeber.nsf/ ...
Empfehlung:
1)
"Rentenreform": Rente mit 67.  Altersarmut: Rente mit 67 wird immer absurder.
http://www.labournet.de/diskussion/wipo/rente/rente67.html
2)
Deutschland AG: Die Altersvorsorge für die Vorstandsmitglieder ist gesichert.
http://www.debatte.info/index.php?id=896
3)
Lohnverzicht reduziert Altersrente und erhöht die Kapitalvermögen der deutschen Bourgeoisie und Administration (- in Wirtschaft, Staat und gehobene Beamtenschaft, Parteien, Regierung, Parlament und Gesellschaft etc.)
http://www.labournet.de/diskussion/wipo/rente/verzicht.pdf
4)
"Rentenreform" / Geringverdiener arbeiten 43 Jahre für "Hartz-IV-Rente"!
http://www.labournet.de/diskussion/wipo/rente/index.html

Merke:
Ohne Klassenkampf gibt es keine auskömmliche "Altersrente mit 60"!
Nur "Gemeinsam sind wir stark!"

VON: REINHOLD SCHRAMM

Abschied vom Solidarsystem?

Sicher ist: Ohne Generationenvertrag wäre es überhaupt unmöglich gewesen, nach dem Krieg und Zusammenbruch ein System aufzubauen, das vom ersten Tag an funktionierte. Und auch nach dem Zusammenbruch der DDR hätten die Rentner im Osten in die Röhre geschaut, wenn man sie nicht sofort in die gesetzliche Rente integriert hätte.
Beispiele aus anderen Ländern zeigen zudem: Private Systeme sind oft weder sicherer noch günstiger. Warum steht die gesetzliche Rente trotzdem so unter Beschuss? Und wer hat überhaupt Vorteile davon, dass das Solidarsystem immer weiter gekappt wird? zur Quelle des SR

Quelle: http://www.die-linke-dachau.de/hartz_iv/rente/