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05.08.2009

Zeitarbeit

Eine wichtige Funktion der Zeitarbeit ist die Spaltung von Belegschaften in Stammarbeiter und Leiharbeiter. Ein wichtiges Ziel der Linken ist die Solidarität der Arbeiter, damit diese sich gegen die Übervorteilung durch Kapitalisten wehren können. Die gründung von "christlichen" Gewerkschaften ist ein weiteres Werkzeug zur Spaltung. "Christliche" Tarifverträge sind immer schlechter als Gewerkschaftliche Tarifverträge.
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Arbeit lohnt sich! Für wen?

Arbeit gegen Geld – das Kommando des Kapitals über die Arbeitskraft und seine gewerkschaftliche Mitgestaltung

Um den Lohn haben die, die von ihm leben müssen, einmal gekämpft, um von ihm leben zu können. Das – so lehrte sie die  tägliche  Erfahrung  ihrer  ruinösen  Lohnarbeit  –  muss  ihren  Anwendern,  die  mit  ihrem  Lohn  als  Kost  in  ihrer Gewinnrechnung  kalkulieren,  abgerungen werden.  Also  verweigerten  sie  spontan  oder  auch  schon  gewerkschaftlich organisiert  die  Bereitschaft,  zu  den  gegebenen  Bedingungen  weiterzuarbeiten,  um  unter  möglichst  verbesserten  wieder anzutreten.
Ein Jahrhundert später hatte es den Anschein, als sei die Lohnfrage erledigt, als müsste das Proletariat, das mittlerweile „die Arbeitnehmer“ heißt, nicht mehr um seine Existenz fürchten. Das Kämpfen schien obsolet: Gewerkschaften sorgten tarifvertraglich geregelt für Lohngerechtigkeit, Betriebsräte für die Mitwirkung im Unternehmen und Politiker dafür, dass die Marktwirtschaft auch „sozial“ ausgestaltet ist.

Heute  ist  die  Lohnfrage  wieder  aktuell:  Die  Unternehmer  haben  –  mit  der Berufung  auf  ihre  Konkurrenz  und  der Berufung auf die Wirtschafts- und die Finanzkrise – mehr Arbeit und freiere Verfügung über die Arbeitskraft für weniger
Lohn auf die nationale Tagesordnung gesetzt. Und der Staat hat die Schaffung eines Niedriglohnsektors mit den nötigen Arbeitsmarkt-„Reformen“   unterstützt.   Während   Unternehmer   und   Staat   damit   klarstellen,   dass   kapitalistischer Wachstumserfolg  und  Lebensunterhalt  der  lohnabhängig  Beschäftigten  unvereinbar  sind,  leisten  sich  Letztere  die Auffassung, das Gegenteil sei der Fall: „Wachstum bringt Arbeitsplätze“, „Arbeit verdient ihren Lohn“, „sei zum Leben da“,  „Leistung  soll  sich  lohnen“…  –  Und  dann  sind  sie  doch  –  „Hauptsache  Arbeit!“  –  bei  jeder  Ankündigung  von Entlassungen bereit, für die Erhaltung ihrer Arbeitsplätze immer mehr von dem zu opfern, wofür sie überhaupt arbeiten gehen: vom Lohn, den sie für ihren Lebensunterhalt benötigen.


Bei all dem sind die deutschen Gewerkschaften, die heuer den 60. Jahrestag ihrer Wiedergründung nach dem 2. Weltkrieg feiern, immer dabei. Für ihre Mitwirkung in Sachen Lohn werden sie sogar von denen gefeiert, die ansonsten die von der Arbeitervertretung  behaupteten  „Besitzstände“  und  das  „Besitzstandsdenken“  ihrer  Mitglieder  angreifen.  Das  Lob  gilt denn  auch  nicht  einer  kämpferischen  Wahrung  von  deren  Interessen.  Gelobt  wird  der  Dienst  der  Gewerkschaften  am deutschen Gemeinwesen, speziell die Pflege des „sozialen Friedens“, für dessen Bewahrung sich der DGB mit zuständig erklärt. Die Friedfertigkeit der arbeitenden Klasse, dass ihre Vertreter „Augenmaß“ walten lassen und zur rechten Zeit Ruhe geben – das ist den Nutznießern schon einmal ein anerkennendes Wort wert und erfüllt die Gewerkschaften selber mit  Stolz.  Dabei  ist  ein  gewisser  Kontrast zwischen  den  selbstbewusst  präsentierten  Leistungen  der  deutschen Arbeiterorganisationen und dem, was deren Mitglieder davon haben, nicht zu übersehen. – Ein überfälliger Anlass, eine etwas andere Bilanz aus 60 Jahre bundesdeutscher Gewerkschaftspolitik zu ziehen!

Quelle: Newsletter Gegenargumente

05.08.2009

Vermittlerschelte und gezielte Irreführung

Bremer Arbeitsmarktforscher: Unternehmerverband verbreitet falsche Zahlen über offene Stellen

Von Ralf Wurzbacher

Den Unternehmern stehen harte Zeiten bevor. Wenn sie nach der Bundestagswahl Hunderttausenden wegen Profitklemme die Arbeit wegnehmen müssen, könnte ihr guter Ruf als »Arbeitgeber« Schaden nehmen. Also wird schon einmal präventiv mit dem Finger auf andere gezeigt, und einmal mehr müssen »unfähige« Arbeitsvermittler als Sündenböcke herhalten.

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